14 März, 2008
von Sabine

9 1/2 Monate Dem. Rep. Kongo, 03.-21.November 2005

Donnerstag 3. November 2005, 10.20 Uhr

Ich verbringe die Zeit momentan wie Papa Philippe und Michel dem Agronomen mit warten. Um 7.00 Uhr starteten Papa Michel Toko und ich in Yanga, nach ca. 2 Stunden Reise mit dem Motorrad kamen wir in Tshumbe an. Es war ein spezielles Erlebnis so quer durch die Prärie zu fahren über die schlechten Strassen. Ende der Strecke fuhren wir eine Abkürzung über einen Fussweg, oft hatte es hohes Gras auf beiden Seiten und ich musste mich mit der Hand davor schützen die Grashalme ins Gesicht zu bekommen. Immer wenn wir über Sandbänke fuhren hatte ich Angst, weil der Töff hin und her schwenkte.

Einige Male musste ich absteigen um ein Bächlein oder ein schwieriger Abschnitt zu überqueren. Wieder auf das Motorrad zu steigen war eine Qual, weil sich mein Allerwertester hinten auf dem Töff sitzen während zwei Stunden nicht gewohnt ist. Jetzt kam mich gerade unser Yanga- Dorfchef begrüssen, welcher ja dauernd in der Gegend herumreist. Er und einige anderen Menschen warteten um Neuigkeiten übers Phonie zu erfahren, welches sich auch in Tshumbe in Jeans Haus befindet. Der Dorfchef Jacques trägt Frauenschuhe mit kleinen Schnallen auf der Seite, das sieht so witzig aus! Aimé hatte noch nicht die Möglichkeit mit Kananga zu sprechen. Es weiss also niemand wo sich Jean Nyeme momentan aufhält und ob er bereits nach Tshumbe unterwegs ist. Es kam gerade Patrick, der Arbeiter vom „enrolement“ vorbei, die Welt ist auch hier klein… *grins*

Donnerstag 3. November 2005; 12.30 Uhr

Es regnet in Strömen, ich befürchte das Wetter wird Jean einen Strich durch die Rechnung machen. Ich besuchte mit Elisabeth, der 30jährigen Tochter von Papa Philippe den Markt von Tshumbe, kaufte mir eine Basketballmütze, weil ich meine in Yanga vergass und besichtigte die Umgebung. Ich spürte wie mich die Blicke einfingen, in Tshumbe gibt es selten „Osungus“ zu sehen. Als ich zurückkam tischte mir Soeur Louize Bananen und Mangos auf. Seit Kananga ass ich keine Mangos mehr, ich sagte Luize sie solle mir doch ab und zu welche nach Yanga schicken lassen. Während ich die zweite Mango metzgete begann es zu regnen, Chef Chacques, andere Dorfchefs und andere Leute suchten Schutz in Jeans Haus. Sie sitzen wie bestellt und nicht abgeholt im Wohnzimmer und schauten mir zu… ich fühlte mich nicht mehr wohl und verzog mich in „mein Zimmer“.

Donnerstag 3. November 2005; 23.00 Uhr

Wow dieser Tag wurde nach der bereits besonderen Motorradtour nochmals zum echten Erlebnis. Jean und Abbé Leopold, ursprünglich aus Rumänien seit fünf Jahren für die Internetverbindung Ntambwe in Kananga verantwortlich, kamen nachmittags mit einem UNO Helikopter an. Der Regen hatte kurz vorher aufgehört und ich fuhr als Beifahrerin mit Aimé wieder auf einem Motorrad zur Landepiste. Es fand eine Völkerwanderung Richtung Flugplatz statt, alle wollten den Heli sehen…

Ich freute mich Jean gesund und munter anzutreffen.

Nachdem alle ausgestiegen und das Gepäck ausgeladen war, hob der Heli gleich wieder ab und alle im Umkreis von einigen Metern inkl. ich wurden vom aufgewirbelten Sand sandgestrahlt. Jean wurde nicht informiert, dass ich mit dem Motorrad reiste und suchte vergebens unseren COYA- Jeep. Ich erklärte ihm, dass wir alle, auch ich als gutes Beispiel, Diesel sparen müssen. Er fand eine Mitfahrgelegenheit auf dem UNO Jeep. Ich fuhr mit Michel Toko und Abbé Leopold mit Aimé per Töff zurück. Wir trafen uns im Hause Jeans wieder. Zum Spass sagte ich Jean, auch gerne einmal mit dem UNO Heli fliegen zu wollen und glaubte ihm zuerst nicht, dass er bereits einen Platz für mich reservierte nach Kananga für Samstag. Cool, ich werde Samstag für unbestimmte Zeit nach Kananga reisen…

Nach dem verspäteten Mittagessen; wieder einmal fader Reis und Standardpoulet, liefen wir zum grossen Gebäude der Abbés und Schwestern. Abbé Leopold machte sich gleich daran eine neue Internetverbindung einzurichten. Er brauchte Stunden und ich fand Zeit mit Jean über die COYA zu sprechen. Bis heute fand er leider keine Zeit mir die Resultate der Sitzungen in der Schweiz mitzuteilen. Ich war recht enttäuscht über die Ansichten von Urs, welcher so wie es für mich tönte die COYA am liebsten aufgeben würde. Walti werde mir das Protokoll der Sitzung mailen und ich werde in Kananga Zeit haben darüber nach zu denken und entsprechend Antwort geben via E- Mail in die Schweiz. Ich verstehe dass Walti entlastet werden muss aber bitte nicht auf Kosten des Lebenswerkes von Jean; die COYA!!

Am Abend funktionierte tatsächlich bereits das Internet. Es funktionierte sogar fabelhaft! Per Skype telefonierte ich mit meiner Mutter und sendete einige E- Mails, welche ich auf Diskette für Manu und Sedi mitnahm. Als wir um zirka 22.00 Uhr nach Hause gingen, waren alle vom Bier, Wein und Gin etwas betrunken.

Freitag 4. November 2005; 9.10 Uhr

Der interessante und wichtige Tag gestern endete mit Abendessen und einer warmen Kübeldusche. Danach schlief ich glücklich ein.

Heute Morgen stand ich tatsächlich als Erste auf und war nervös. Ich versuchte mich zu konzentrieren um eine vollständige Liste zu schreiben, welche Dinge mir jemand per Velo von Yanga nach Tshumbe bringen muss. Die Idee in Yanga zwischen zu landen war leider ein schlechter Scherz. Ich habe Angst um meinen Laptop wie noch nie. Wenn diese Person mit dem Velo stürzen wird ist alles futsch. Weil ich nicht mit einer Reise gerechnet habe, machte ich seit längerer Zeit keine Zwischenspeicherungen mehr.

Momentan sitze ich wieder in der Diocese von Tshumbe und Abbé Leopold versucht die Internetverbindung über Rom per Satellit wieder herzustellen. Es scheint als wäre das gar nicht so einfach…

Freitag 4. November 2005; 23.59 Uhr

Bis mittags befasste ich mich mit schreiben von E- Mails in die Schweiz und zu Martin Ryser in die „Etats-Unis“. Dann besuchten wir zu dritt die Uni in Tshumbe, welche vor einigen Tagen ihre Tore zum ersten Mal öffnete. Zuerst sprach ein Student einige Begrüssungsworte und sie sangen ein selber gedichtetes Lied. Danach gingen wir in den Schulraum, die Studenten standen Spalier und folgten uns dann hinein. Einerseits war es interessant wie Jean begrüsst wurde was er in seiner Ansprache zu den Studenten sagte, anderseits kam ich mich wieder einmal ein bisschen fehl am Platz vor. Nachdem Jean Abbé Leopold und mich vorstellte, sagte er uns das Wort geben zu wollen. Er warnte mich so zwar vor aber ich hatte ja keine Zeit mehr mich vor zu bereiten. Ich appellierte hauptsächlich an die Mädchen sich in die „Männerdomäne“ zu getrauen und das es eigentlich kein Unterschied gebe. Es war gar nicht so peinlich, hier spielt es eigentlich gar keine Rolle was man sagt, die Leute sind immer begeistert. Bei der Besichtigung der ganzen Anlage wollten alle mit mir aufs Foto und der Klassenfotograf wollte unbedingt ein „rendez-vous“ mit mir und war ganz schön hartnäckig. Er ging mir auf die Nerven!

Etwas nach 14.00 Uhr kamen wir dazu zMittag zu essen, mein Magen war schon kräftig am knurren. Ich ass nur Reis und Kochbananen. Louize und eine andere Frau konnten nicht begreifen, dass ich mit diesem Essen ohne Fleisch zufrieden sein kann und fragten entsetzt was ich denn essen möchte. Ich erzählte ihnen, dass Mama Helene in Yanga genau so reagiert habe und nun habe sie sich daran gewöhnt. Nachmittags machte Jean eine kurze Siesta, Abbé Leopold und ich gingen wieder zur Diocese. Er optimierte die „connexion Internet“ und ich schrieb an meinen Mails weiter. Gegen 17.00 Uhr kam Jean und berichtete, meine Dinge aus Yanga seien eingetroffen. Ich holte den Laptop und mir fiel ein Stein vom Herzen, er lief einwandfrei. Danach hängte ich mein PC ans Netz und war seit langem wieder einmal online. Meine E- Mails konnte ich bequem per Outlook- Express versenden und empfangen.

Weil Jean am Abend noch eine Zusammenkunft mit den COYA- Leuten hatte, kam er nur schnell in der Diocese vorbei. Ich war lange mit Abbé Leopold bei den Abbés und durch meine Fragerei lernte ich ihn besser kennen. Er machte einen unheimlich schlechten Eindruck auf mich als ich ihn am Flughafen zum ersten Mal sah. Der erste Eindruck war aber ausnahmsweise falsch. Er spricht ein extrem monotones Französisch, weil er aus Rumänien kommt und nicht wie ich dachte, weil er unmotiviert sei.

Um 23.00 Uhr gingen wir nach Hause, Jean war bereits im Bett. Wir assen noch zNacht, ich ass feine Ziegenfleisch- Spiessli mit kalten Teigwaren. Zusammen mit dem Abbé Pierre, welcher spät zu Besuch kam, unterhielten wir uns noch etwas über die kongolesische Arbeitsmoral. Danach genoss ich die warme Kübeldusche und nun liege ich auf dem Bett… Jean im rechten Zimmer neben mir und Abbé Leopold im Linken schnarchen um die Wette, sie übertönen sogar die Musik meines MP3 Players.

Ich bin gespannt auf den morgigen Tag…

Samstag 5. November 2005; 11.30 Uhr

Wow, Helikopter fliegen ist echt cool! Mir wird es nicht schlecht, weil es regelmässig hin und her schüttelt. Wir sind in einer Höhe wo die Fenster offen gelassen werden, flogen direkt über Yanga und ich konnte Luftaufnahmen machen. So cool…!!! In zehn Minuten flogen wir von Tshumbe nach Yanga (2 ¼ Stunden mit dem Motorrad). Weil ich so spontan nach Kananga reise, haben die Leute in Yanga Angst, dass ich lange nicht mehr zurückkommen werde. Der Helikopter ist halb leer, es sind zehn von zwanzig Plätzen frei. Der Flughelfer hatte Angst, dass mir mein Fotoapparat zum Fenster hinausfliegen würde. Abbé Leopold ist nicht zufrieden, weil die Internetverbindung in Tshumbe nur mässig funktioniert und er das Problem nicht fand.

Sonntag 6. November 2005; 11.00 Uhr

Es geht gerade hektisch zu und her, es ist schon elf Uhr und Jean Nyeme will um 13.00 Uhr nach Kinshasa fliegen. Alle suchen einen Umschlag, welcher sehr wichtig ist. Ich kann nicht helfen, deshalb versuche ich mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Bald habe ich sturmfrei und werde in Ruhe meine „Ferien in Kananga“ planen.

Heute Morgen ass ich mit Jean um 8.15 Uhr das zMorge, danach gingen wir mit Abbé Leopold zur Messe in die „Cité“. Es war eine Verarschung für Jean, es kam kein einziger Student freiwillig zu dieser Messe. Wenn eine Schwester nicht einige Studentinnen suchen gegangen wäre, hätten Abbé Nyeme und Abbé Leopold die Messe mit Caspar, einer Messehelferin, einem Messehelfer, einer Schwester und mir abgehalten. Caspar kam vor einer Woche in Kananga an und wird hier an der Uni einige Kurse unterrichten. Ich lernte ihn gestern Abend kennen.

Sonntag 6. November 2005; 18.17 Uhr

Nachdem Abbé Jean und Abbé Leopold um 14.00 Uhr mit einer Stunde Verspätung abhoben fuhr ich mit Daniel direkt zu Manu und Sedi. Die Beiden hatten es sich hinter dem Haus im Garten gemütlich gemacht und ich freute mich sie zu sehen. Es geht ihnen gut und wir hatten einander eine Menge zu erzählen…

Das war vielleicht komisch „bärndütsch“ zu sprechen, ich hörte mich selber sprechen und es war mir bereits etwas fremd. Ich musste sogar einige Wörter suchen und erwischte mich einige Male wo ich fast automatisch in Französisch Antwort geben wollte. Manu und Sedi luden mich zum Essen ein, es gab ihr Standardsonntagsmenu; Teigwaren mit Tomatensauce und Käse, es war wie immer fein. Über die Arbeitsmoral und die Mentalität haben wir während den drei Monaten „Kongo“ genau die gleichen frustrierenden Feststellungen und Beobachtungen gemacht.

Dienstag 8. November 2005; 16.30 Uhr

Gestern war es zum Verzweifeln. Ich kämpfte um die Verlängerung meines Visums. Als ich mit Papa Roger (Chef der Strohhütten- Maurer) bei den „paillotes“ stand, rief Jean an. Ich müsse so schnell wie möglich Name und Vorname von Mutter und Vater an eine Nummer per sms senden und bei der Schweizerischen Botschaft in Kinshasa ein „attestation de bonne vie et moeurs“ sowie ein „attestation de consulaire“ anfordern. Ich verstand natürlich diese Worte nicht und Jean wurde etwas ungeduldig. Zuhause angekommen telefonierte ich mit der Botschaft und das dumme Huhn am Empfang wollte mich nicht mit jemandem verbinden, der Deutsch spricht… schliesslich brach die Leitung zusammen und ich konnte keine Infos herausbekommen! Ich tröstete mich, indem ich mir sagte, es sei eh besser am Abend ein ausführliches E- Mail an Herrn Dubach, dem Chef der Botschaft zu senden. Die neue „connexion“ Internetverbindung ist anscheinend noch nicht parat, ausgerechnet gestern gab es keine Verbindung. Super Aktion für nichts!

Heute stand ich früh auf und fuhr mit Papa Muamba zur Schreinerei. Silvan und Michel freuten sich wie gestern Augustin und Victor, mich wieder zu sehen. Wir luden 12 Läden in den Bus sowie Türen und Plastikstühle. Alles wurde zur Cité transportiert. Ich besichtigte die Schreinerarbeiten, die Maurerarbeiten und Thomas beim unterrichten seiner Informatikstudenten. Als auch die Bretter um an den Cafeteria- Strohhäuser weiter zu arbeiten abgeladen waren, fuhr ich mit Papa Muamba zurück um mich erneut um mein Visum zu kümmern. Ich rief bei der Botschaft an, zum Glück nahm jemand anderes das Telefon ab und die Leitung war recht stabil. Der Herr verband mich ohne lange Fragen mit Frau Rohner. Sie sagte sich um die Sache zu kümmern und mich später zurück zu rufen. Dies tat sie dann auch und informierte mich, dass es sich bei den verlangten Dokumenten um den Strafregisterauszug und um eine Wohnsitzbestätigung handle. Beim ersten dauert es einige Zeit, weil dieser übers Internet bestellt werden müsse und die Wohnsitzbestätigung kann mir niemand ausstellen, weil ich bei der Botschaft nur als „Suisse de passage“ gemeldet bin. Wegen der IV- Versicherung musste ich in Studen angemeldet bleiben. Für mich blieb von diesem Moment an nur noch die Möglichkeit, das Visum hier in Kananga über den gleichen Weg wie Manu und Sedi erneuern zu lassen. Ich rief also zuerst Manu an. Sie war so lieb, gab mir die Nummer von Daniel- Marie. Der wusste im ersten Moment nicht wer ich bin, als ich ihn anrief, meinte dann aber er könne mein Visum verlängern. Später rief er mich sogar noch zurück und sagte er habe sich sicherheitshalber erkundigt und es ginge wirklich in Ordnung. Mein Problem ist nun nur noch, dass ich keine 400$ mit nach Kananga nahm.

Es regnet zum ersten Mal seit ich in Kananga bin, diese Abkühlung tut gut…

Samstag 12. November 2005; 16.00 Uhr

Mittwoch ging ich wie jeden Abend ins Cybercafé, Caspar kam später auch. Ich hatte schrecklich Bauchweh und Blähungen. Bier wirke desinfizierend, sagte Sinikka, deshalb ging ich mit Caspar noch auf ein Bierchen ins „Guesthouse“ wo er mit zwei anderen Professoren wohnt. Es besserte zwar nicht, aber ich konnte meine Schmerzen etwas vergessen. Weil schon bald Mitternacht war, begleitete mich Caspar mit seinem und meinem „Sentinelle“ nach Hause. Die zwei Wächter hatten Panik; das Militär wird uns aufhalten, sagten sie immer wieder. Gaspard und ich fanden es lustig wie sie sich fürchteten, jedoch nur bis zum Moment als wir vor dem Tor von Jeans Haus tatsächlich von sechs gefürchtigen Militärgestalten aufgehalten wurden. Alle trugen ein Gewehr. Gaspard musste sich einige Minuten auf Lingala mit ihnen unterhalten, bis sie uns endlich in Ruhe liessen.

Der zweite Schreck folgte sogleich! Ich wollte die Schlüssel von der Haustüre zu den Hosentaschen herausnehmen, diese waren leer. „Sch.. sch.. Was machen wir jetzt“ dachte ich. Zum Glück sind die Schlüssel vom Jeep bei den Wächtern, wir fuhren also zurück ins „Guesthouse“ um nach meinen Schlüsseln zu suchen. Genau gesagt fuhr Gaspard. Ich fand die Schlüssel wie vermutet hinter dem Kissen des Sofas, wo ich mich vorher setzte. Als ich wieder aus dem Haus kam, zerbrachen sich die Professoren den Kopf, wie wir das nun machen wollen. Niemand wollte mitkommen um danach nochmals zu riskieren den Militärleuten über den Weg zu laufen. Für mich war es eigentlich gar kein Problem, schliesslich kann ich Auto fahren. Medar musste sich vorne setzen um mir den Weg zu zeigen und ich fuhr nach Hause. Die Kupplung und Bremsen waren etwas gleich eingestellt wie bei meinem geliebten Toyota, welchen ich vor Abreise verkaufte.

Dieses Abenteuer war gut ausgegangen. Endlich im Bett mass ich 38.5 Fieber. Ich schlief schlecht, weil das Fieber nicht herunterging, im Gegenteil am Donnerstag- Morgen waren es bereits 39Grad. Professor Okenge gab mir ein starkes Dafalgan, das Fieber sank und stieg genau so schnell wieder. Am Abend kamen mich zwei Medizin Professoren anschauen und meinten ich habe Malaria. Daniel fuhr in die Stadt und kaufte eine Malaria Notfall- Kur „Arinate“. Ich nahm am Abend und am Freitagmorgen eine Tablette. Mir ging es sehr schlecht, hatte dauernd Fieber. Gestern Freitag ging ich schliesslich zu Manuela und Tomas, ich hielt es nicht mehr aus. Manuela kam mit mir mit, wir suchten ein Labor auf um mein Blut auf Malaria testen zu lassen. Ich war nicht bereit Malariamittel zu schlucken, wenn ich vielleicht gar nicht Malaria hatte. Das Labor der Uni und ein Anderes in der Stadt hatten bereits geschlossen, es blieb das Labor im „Hôpital général“. Manuela schaute mit mir zusammen, dass der Laborant die Haut desinfizierte und eine sterile Nadel brauchte um mich zu pieksen. Ich hasse es in den Finger gepiekst zu werden! Sie nahmen einige Tropfen Blut und mischten diese mit verschiedenen Lösungen zusammen. Wir warteten draussen aufs Resultat, weil ich drinnen beim Anblick dieses Chaos fast vom Stuhl kippte. „Es sei alles in Ordnung, ich habe NUR Malaria“ sagte der Laborant schliesslich nach zirka 20min. Es tönte so blöd, sogar ich musste lachen.

Es kommt selten vor, dass man trotz Prophylaxe Malaria bekommt aber typischerweise hat es mich erwischt… Ich hatte echt Glück im Unglück hier in Kananga und nicht in Yanga, wo mich die böse Mücke stach, krank geworden zu sein. Hier kümmerten sich einige Mediziner um mich, in Yanga hätte ich mich dem Krankenpfleger Antoine anvertrauen müssen, Schreck lass nach!

Weil das Fieber nicht herunterging, steckte mir Doktor Patrick eine Infusion auf der rechten Hand. Ein Liter Glucose – Chinin – Vitamin brauchten fast sieben Stunden von halb acht bis morgens um zwei Uhr um in meinen Blutkreislauf zu fliessen. Ich schwitzte wie noch nie. Krankenschwester Yolande im 2. Lehrjahr musste die ganze Nacht bleiben und mir die Nadel entfernen. Als die Infusion leer war schlief ich wie ein Stein. Als mich Doktor Patrick weckte war bereits halb eins am Nachmittag. Das Fieber war weg, trotzdem fühlte ich mich wie erschlagen. Patrick befahl mir aufzustehen mich zu waschen und etwas zu essen. Ich raffte mich auf, genoss es mir während der Kübeldusche den Schweiss vom Leibe zu waschen und ass mit Professor Okenge und Doktor Patrick zu Mittagessen.

Jean wird wieder einmal länger in Kinshasa aufgehalten als erwartet. Er sagte mir am Telefon, dass ich vielleicht bereits am Montag oder Dienstag nach Tshumbe zurückreisen werde. Ich bin nicht wirklich glücklich darüber so ab zu reisen. Ich möchte gerne Abbé Leopold mitnehmen um bei mir in Yanga Internet und den Konverter zu installieren.

Dienstag 15. November 2005; 8.00 Uhr

Mein Visum konnte zum Preis von 670$ anstatt 400$ bis Ende April verlängert werden, trotzdem ist meine Motivation auf einen rechten Tiefpunkt gesunken. Letzte Woche war ich krank und konnte fast nichts machen. In der cité basteln einige Arbeiter am ersten „paillot“ herum, welches schon lange fertig sein sollte. Gestern war ich dort um zu schauen was sie denn so lange machen. Sie haben in einer Ecke mit dem Stroh begonnen um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Mir gefällt das Dach ganz und gar nicht, der Schlaumeier Roger hat nicht alle Dachbalken gleich lang und auch nicht gleich hoch gemacht. Der Dachabschluss verläuft nun Zickzack, anstatt schön gerade. Er muss es korrigieren. „Er habe kein Holz mehr“ sagte er. „Oje, dein Gejammer kotzt mich an!“ dachte ich.

Sie haben dies nicht, sie haben das nicht… es ist immer das gleiche. Auf die Idee kommen einmal etwas selbst zu organisieren tut KEINER! Nun muss ich mir etwas einfallen lassen, damit Roger die anderen Strohhütten besser hinkriegen wird.

Gestern habe ich mit Mami eine Stunde über Skype telefoniert, danach mit Marcel und Nadine gechattet. Es war schön mit der Heimat zu kommunizieren. Jedoch habe ich das Gefühl, je mehr Kontakt ich habe, desto mehr fehlen mir die Leute aus der Schweiz. Vielleicht habe ich etwas “längi Zyti”, weil ich noch nicht ganz fit bin…

Dienstag 15. November 2005; 22.00 Uhr

Während Professor Okenge, andere Leute und ich im Internetcafé sassen zog ein Gewitter mit starkem Niederschlag vorüber. Der Nachhauseweg wie immer zu Fuss war nach diesem Wolkenbruch gar nicht angenehm. Niemand dachte daran eine Taschenlampe mit zu nehmen, wegen der Wolken sahen wir den Weg nur wenn es aus der Ferne blitzte, ich trat manchmal 5cm tief ins Wasser oder in den Sandsumpf, nur mit den Schlarpen an den Füssen. Zuhause behielt ich diese gleich an den Füssen als ich in die Badewanne stieg…

Mittwoch 16. November 2005; 9.40 Uhr

Um viertel vor sieben stand ich auf um mit JP und den Professoren in die cité zu fahren. Ich wollte zu Roger um zu schauen ob er die Fehler korrigierte. Es war niemand an der Arbeit! Ich besichtigte die Strohhütten in Ruhe und stellte fest, dass Roger die Fehler nicht korrigieren wird… mit seiner unlogischen Konstruktion wird es keine schönen acht- eckigen Strohhütten geben, dies macht mich fertig!

Es bringt mich auf die Palme, dass sie nicht selber sehen, wie unförmig das Dach geworden ist. Warum ist es ihnen egal? Wieso gibt es im Kongo fast keine fähigen Leute?

Mittwoch 16. November 2005; 14.50 Uhr

Ich ass heute wieder einmal mit Appetit, bin aber immer noch sehr müde. Vor einigen Minuten telefonierte ich mit Jean Victor, dem Chef von MONUC „Mission de l`Organisation des Nations Unies en République Démocratique du Congo“ Ich werde wieder einmal meine Reise nach Yanga selber organisieren. Hier in Kananga fällt mir die Decke auf den Kopf, ich will so schnell wie möglich nach « Hause » Yanga zurückkehren… Der Chef von MONUC konnte mir noch kein Datum nennen, er sagte mich zurückzurufen.

Donnerstag 17. November 2005; 10.15 Uhr

Obwohl ich absolut unmotiviert bin, fuhr ich am morgen mit Papa Muamba zum Rektorat und danach mit Pasteur Roger zu den Strohhütten der Cafeteria. Emmanuel gab ihm endlich die Pläne und ich erklärte Roger auf was er beim zweiten Paillot achten muss. Es schien als begriff er was ich meinte. Ich bin nun daran alles zu organisieren um morgen um acht mit dem voll beladenen Bus in die cité zu fahren. Einerseits will ich Jean zuliebe ein anständiges Strohhaus bauen, anderseits muss ich mich beschäftigen, ansonsten bekomme ich hier in Kananga die totale Krise.

Von Jean Victor habe ich auch noch nichts gehört betreffend meiner Rückreise nach Tshumbe. Ich bin bereits mehr als zwei Wochen weg von Yanga und habe keine Ahnung ob sie überhaupt noch Arbeit haben. Vielleicht kann ich mit Daniel um 15.00 Uhr zum Phonie gehen…

Donnerstag 17. November 2005; 20.20 Uhr

Daniel war um 14.30 Uhr froh endlich die ganztages- Touren mit Weltbank- Roger beendet zu haben und wollte gerade nach Hause gehen. Er war gar nicht glücklich als ich ihn fragte ob wir nun zum Phonie fahren würden. Er machte eine Grimasse wie nach sieben Tagen Regenwetter und wollte mir sogar einfach nur den Schlüssel geben, damit ich mit dem Auto selber zu Mamangoi fahren könne, wo sich hier in Kananga das Phonie befindet. Leider kenne ich den Weg zu ihr nicht, Daniel musste mich also chauffieren. Es war eine gute Idee mit Mama Helene und Papa Jean zu sprechen. Die Arbeiten gehen zwar wegen des anhaltenden Dieselmangels kaum vorwärts aber ich spürte wie sie sich freuten mit mir zu sprechen. Dies stellte mich echt auf. An meinen Bohnenstauden habe es bereits kleine Böhnchen und Papa Kasende müsse jeden Tag meinen Garten giessen, teilten sie mir ebenfalls mit … Ich freue mich und kann es kaum erwarten zurück nach Yanga zu reisen!

Jean hat mich angerufen, er wird immer noch unbestimmte Zeit in Kinshasa bleiben…

Ich fand nach dem Gespräch über Phonie erstaunlich viel Motivation und übte mich den restlichen Nachmittag im Comiczeichnen. Jeanpierre hatte grosse Freude an meinem Bild und fragte ob ich auch ein kleiner JP- Junge zeichnen könne welcher sich in Gedanken seine Zukunft ausmale… Ich sagte „vielleicht“.

Freitag 18. November 2005; 9.00 Uhr

Pasteur Roger, Silvan, Michel, Papa Muamba und ich fuhren wie besprochen mit 20 Balken in die cité um an den Cafeteria- Häuschen weiter zu arbeiten. Drei Papas machen Lianen parat um die Sticks des ersten „Paillotes“ fest zu binden. Sie sprechen nebst Tshiluba auch Otetela und sprechen mich damit an. Ich verstehe doch noch fast nichts und sie finden es witzig, ha ha!

Mein Ziel ist es, dass die drei Arbeiter 15 Balken montieren. Ich werde mich glücklich schätzen, wenn sie die Hälfte schaffen werden. Meine Nerven sind nicht mehr so stark wie beim letzten Mal als ich hier in Kananga war. Claude aus Kinshasa, welchen ich ebenfalls bei meinem letzten Aufenthalt kennen lernte kam mich gerade besuchen. Die Medizinstudenten gehen schon nach Hause, der Kurs sei fertig.

Freitag 18. November 2005; 16.00 Uhr

Wie immer war niemand motiviert zu arbeiten aber es ging schneller vorwärts als ich dachte, 11 Balken wurden montiert. Heute erwischten wir einer der heissesten Tage um draussen zu arbeiten, deshalb protestierte ich nicht heftig als die Arbeiter bereits um 13.30 Uhr zusammenpackten um nach Hause zu fahren. Jean Victor hat mich, nachdem ich zirka zwanzig Mal versuchte zu telefonieren, zurückgerufen. Es ist zum verzweifeln, in den nächsten Tagen wird kein Helikopter nach Tshumbe fliegen. Jean Victor wird sich am Dienstag drum kümmern, ich solle ihn an diesem Tag nachmittags anrufen. Zuhause rief mich Jean Nyeme an und fragte ob ich Neuigkeiten von MONUC habe. Ich informierte ihn und er sagte ich solle bei nächster Gelegenheit “Professeur Lokole” ebenfalls auf die Passagierliste setzen.

Elisabeth sass gerade neben mir und konnte mit Jean sprechen. Sie ist aus Yanga nach Kananga gereist um Informatik zu studieren. Nun hat sie bereits überhaupt kein Geld mehr und ist obendrein noch krank. Jean wird Angèle den Auftrag geben Manuela und Thomas mein Geld für die Visumsverlängerung zurück zu geben. Da bin ich froh, habe nämlich nicht gerne so viele Schulden. Nebst dem Schreiben, esse ich feine Mangos. Hier in Kananga ist gerade Saison, ich schätze so 20 Stück fallen jeden Tag von den zwei Bäumen vor Jean Nyemes Haus. Am Abend erschrecke ich jedes Mal, wenn so eine schwere Frucht auf eines der Blechdächer fällt. In Kananga ist eine super Mangosaison, hingegen in Yanga findet man fast keine. Dort freuten sich die Einwohner letztes Jahr über eine reiche Ernte…

Sonntag 20. November 2005; 18.00 Uhr

Der heutige Tag war gar nicht so schlimm wie ich befürchtete. Ich blieb bis fast elf Uhr im Bett und stellte mir vor wie schön es wäre zu frühstücken. Die ganze Woche gab es kein rechtes Frühstück weil Mamabi viel zu spät zur Arbeit kam und ich bereits ausser Haus war. Ich ass jeweils einige Früchte welche ich am Abend übrig liess,. Als ich endlich unter dem Moskitonetz hervorkroch, war die positive Überraschung gross. Ich traf ein Brötchen vom Beck sowie ein gedeckter Tisch mit heissem Wasser für Tee an. Es gibt noch Zeichen und Wunder, dachte ich. Das habe ich nicht für möglich gehalten, dass sie selber auf die Idee kommen ein Brötchen für mich kaufen zu gehen!

Nach dem Frühstück lernte ich mit meinem Französisch- Krimi ein bisschen „wäutsch“. Die Zwillinge von Mamabi kamen mit ihr zur Arbeit und langweilten sich unendlich. Ich war erstaunt wie gut sie französisch sprechen und verstehen, wenn man bedenkt, dass sie erst in der dritten und vierten Klasse sind! Ich hatte Mitleid mit den wirklich höflichen Buben und fragte ob sie gerne zeichnen. „Oui“ kam zur Antwort. Ich legte alle Farbstifte auf den Tisch und für beide je ein grosses Blatt Papier. Danach durften sie sich zu mir an den Tisch setzen und sich entfalten. Sie zeichneten Häuser, Autos und versuchten meine Comics ab zu zeichnen. Ich war für ein bis zwei Stunden Zeichnungslehrerin und es machte Spass. Daniel sammelte einen kleinen Koffer voller Mangos zusammen und schickte sie mit Professor Mbutu zu Jean Nyeme nach Kinshasa. Bis Jean nämlich nach Kananga zurückkommen wird, wird keine der tausend Mangos seines Baumes für ihn übriggeblieben sein. Als Daniel vom Flughafen zurückkam, strahlte er wie ein Maienkäfer und sagte ich müsse unbedingt mitkommen, er wolle mir eine schöne Strohhüttenkonstruktion zeigen. Damit die Zwillinge in der Zwischenzeit nicht auf dumme Gedanken kommen konnten (Meine Comics anmalen oder so), nahm ich sie mit.

Mhhh ich verdrücke gerade einige Mangos, welche Albert, einer der Wächter, für mich schnitt, sie sind wirklich himmlisch.

Na ja, die Konstruktion, welche mir Daniel zeigte war nicht gerade umwerfend. Mehr ihm als mir zuliebe machte ich einige Fotos. Bald nach der Rückkehr mussten die Zwillinge auf Befehl ihrer Mutter hinters Haus gehen, weil sie fertig war mit präparieren meines Mittagessens. Es gab auf meinen Wunsch Maccaronis mit Blattspinat und Kochbananen. Ausser dass sie wieder viel zu viel zubereitet hatte, gab es nichts auszusetzen. Ich gab Medar 3200fc um Benzin für die „Groupe“ zu kaufen, heute Abend will ich Tim und Struppi Filme schauen…Es hat nur Tim und Struppi Filme zur Auswahl. Hoffentlich klappt es dann auch, letztes Mal wollte ich den Fernseher für die Nachtwächter laufen lassen, kenne denn Kasten nicht und fand nur Ameisenrennen, keine anständiges Bild.

Montag 21. November 2005; 10.23 Uhr

Ich habe mich etwas an meine „Zwangsferien“ gewöhnt. Nun will ich einfach davon profitieren, Zeit zu haben Französisch zu lernen und an meiner Comic- Geschichte weiter zu zeichnen. Gestern kam zum Glück Daniel um zirka 18.30 Uhr vorbei um Petrol beim Kühlschrank nach zu füllen. So konnte er mir zeigen welchen Knopf beim Fernseher gedrückt werden muss um ein Bild zu erhalten. Mit Jeans Toshiba DVD- Player kennt er sich nicht aus, es dauerte einige Minuten bis ich alle Kabel in verschiedenen Variationen umgesteckt hatte, bis ich endlich „Tintin“ auf dem Bildschirm zu sehen bekam… leider fehlte noch der Ton und die Suche ging weiter. Wow, welch Erfolgserlebnis als der Kinoabend mit Bild und Ton begann. Ich schaute zwei doppelteilige Filme, das heisst zirka drei Stunden Tim und Struppi. Die Nachtwächter fanden die Filme nicht gut, weil sie ja nicht echt seien. Sie können überhaupt nichts mit Comic anfangen!

Für mich waren die Filme eine Test, wie gut ich bereits Französisch verstehe. Es gibt doch leider immer noch eine Menge Wörter, welche ich nicht verstehe.

Montag 21. November 2005; 21.40 Uhr

Das war ein Abend heute, Daniel nahm die Autoschlüssel mit und JP kam ewigs nicht nach Hause. Es musste natürlich regnen und ich wusste nicht wie ich ins Internetcafé gehen sollte… Schliesslich rief ich JP an und er kam mich abholen. Er war total genervt, weil er so lange arbeiten musste. Das mögen die Kongolesen nicht verleiden!

Endlich im Internetcafé angekommen, sagte mir Manu gleich, dass sie nächstens schliessen würden, es habe kaum Verbindung und keine Leute. Glücklicherweise erwischte ich eine gute Minute, wo ich meine Mails herunterladen konnte… so war der Ausflug nicht ganz um sonst.

Als ich nach Hause lief, Manu lieh mir ihren Regenschirm damit ich den Laptop vor dem Regen schützen konnte, war es gerade am eindunkeln. Bei Jeans Haus angekommen klopfte ich und schrie „Medar!“ damit mir Medar das Tor aufmachen komme. Ich klopfte, schrie, trat an das Tor, machte mich so total zum Affen. Medar hörte anscheinend nichts und kam nicht öffnen. Ich war nah an einem Wutausbruch…

Schliesslich rief ich nochmals JP an, zum Glück war er noch unterwegs und kam sofort mit dem Jeep nach Hause. Als er einige Male kräftig hupte, bewegte sich endlich etwas und Medar kam das Tor öffnen. Ich war so wütend, dass ich kaum Worte fand. Wie alle Kongolesen suchte auch er in so einer Situation Ausreden, auch wenn sie noch so dämlich sind!! Ich sagte ihm, dass es keine Entschuldigung gäbe und verschwand im Haus. Im Dunkeln, ich suchte gerade das Feuerzeug um die Kerzen an zu zünden, rief mich Jean an. Mittwoch könne ich mit dem kleinen Flugzeug der Methodisten direkt nach Yanga fliegen. Mit meinem Ärger im Bauch, wusste ich in diesem Moment nicht ob ich mich freuen sollte. Klar freue ich mich endlich nach Yanga zurück zu kehren, anderseits ist es schon etwas unglücklich, dass ich vielleicht bis nach Weihnachten keine Mails mehr werde versenden können…

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